Rasseinformationen
Züchterische Entwicklung und Geschichte
 
Die Rasse Texel hat ihren Namen von der niederländischen Insel Texel. Dort in räumlicher Abgeschiedenheit entwickelte sich ein bestimmter Schaftyp. Bereits seit 1802 gab es ein staatlich kontrolliertes Zuchtprogramm. Die Einfuhr fremder Rassen war allerdings bis 1845 amtlich verboten. Erst danach entstand durch Einkreuzung englischer Fleischschafrassen (Leicester, Border Leicester und Lincoln) und anschließender Selektion dieser Paarungen das heutige Texelschaf mit seinen bekannt guten Fleischleistungen. Von der Insel Texel hat es sich dann über das niederländische Festland nach Deutschland verbreitet. Seit Beginn der 60er Jahre wurden Texel nach Deutschland importiert und vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein züchterisch weiter bearbeitet.
 
Rassebeschreibung
 
Ein mittelgroßes bis großes Fleischschaf mit weiß-grauem, kurzen unbewolltem Kopf und kräftigen, abstehenden Ohren und flacher, aber nicht zu breiter Stirn und meist dunklem Flotzmaul: An Ohren und Kopf teilweise mit Pigmentflecken. Kurzer, stark bemuskelter Hals. Der Rumpf zeigt einen langen breiten Rücken mit breiter Nierenpartie, guter Rippenwölbung, breiter tiefer Brust und guter Flankentiefe sowie ein langes breites Becken. Die Außen- und Innenkeulen sind voll bemuskelt. Trockenes, korrektes starkknochiges Fundament mit dunklen Klauen. Die Wolle ist weiß, in Crossbred-Handelsqualität von ausgeglichenem Sortiment C-CD mit einer Feinheit von 33 - 35 µ, in ausgeglichenem geschlossenem Stapel mit guter Bauchbewollung. Sehr frühreif mit bester Schlachtkörperqualität. Meist streng saisonaler Brunstzyklus.
 
Besondere Leistungen
 
Widerstandsfähigkeit, besonders geeignet für die Koppelhaltung bei guter Weidequalität in niederen und mittleren Lagen. Bei großer Frühreife und hoher Fruchtbarkeit erste Zulassung der Lämmer zum Decken mit 7 - 9 Monaten bei einem Gewicht von über 50 kg. Sehr große Fleischwüchsigkeit und ausgezeichnete allerbeste Schlachtkörperqualität mit sehr geringer Verfettungsneigung auch bei höheren Schlachtgewichten.
 
Egal ob Züchter oder Gebrauchsschafhalter, das Texelschaf zeigt
 
  • maximale Tageszunahmen
  • bei hervorragender Bemuskelung
  • und geringer Verfettung
 
„Unser Schlachter bevorzugt den Schlachtkörper des Texelschafes, denn diese sind kaum in der Ausschlachtung zu toppen, eine hervorragende Fleischqualität und -fülle bei geringer Fettabdeckung.“
 
 
Aufgrund der rassetypischen hervorragenden Eigenschaften - hierbei sollte auch der ausgezeichnete Geschmack des Fleisches nicht unerwähnt bleiben - eignet sich das Texelschaf einmal bestens für die Reinzucht aber auch besonders für den Einsatz als Väter von Schlachtlämmern insbesondere in der Selbstvermarktung. Texel liefern auch mit Schlachtgewichten jenseits von 25 kg immer noch beste Qualität ohne zur Verfettung zu neigen!
 
Während in Großbritannien und Frankreich Texelschafe bis zu 40% des Schafbestandes stellen, ist es in Deutschland unterrepräsentiert - wenn auch bei vielen Kreuzungstieren irgendwie beteiligt. Vielleicht weil dem Texelschaf zu früheren Zeiten des Imports aus den Niederlanden (durch schwere breite Köpfe) eine Schwerlammigkeit nachgesagt wurde - die allerdings in Deutschland sehr stark züchterisch bearbeitet wurde und sich heute etwa auf dem gleichen Niveau wie bei Milchschaf und Schwarzköpfigem Fleischschaf bewegt.
 
Leistungsangaben
 
Je nach Haltungsbedingungen (Standort, Kraftfuttereinsatz,....) und genetischem Leistungspotential variieren die von den einzelnen Zuchtverbänden definierten Leistungsangaben.

Rassebeschreibung Schafzuchtverbände Niedersachsen